
Für alle, die es genau wissen möchten
Ausführlich erklärt
Zu den Gruppen zählen CI, CM, CO, CV, CK, CR, CH und CB. Sie unterscheiden sich deutlich in Matrix, Chondren, Metall, Wasserveränderung und flüchtigen Bestandteilen.
Einige, besonders CI und CM, können stark wässrig verändert und reich an organischen Verbindungen sein; andere zeigen mehr thermische Umwandlung.
- Wichtige Gruppen
- CI · CM · CO · CV · CK · CR · CH · CB
Systematisch eingeordnet
Gruppen und Untergruppen
Die Karten zeigen die nächste Ebene der Klassifikation. Verlinkte Gruppen führen zu einer eigenen ausführlichen Erklärung.
CI · Ivuna-Typ
Sehr matrixreich, stark wässrig verändert und ohne klar erkennbare Chondren; chemisch den nichtflüchtigen solaren Elementverhältnissen besonders nahe.
CM · Mighei-Typ
Matrixreiche Chondrite mit verbreiteter wässriger Alteration, organischem Material und meist kleinen Chondren.
CO · Ornans-Typ
Feinkörnige Chondrite mit kleinen, dicht gepackten Chondren und häufigen refraktären Einschlüssen.
CV · Vigarano-Typ
Chondrite mit großen Chondren und oft auffälligen Calcium-Aluminium-reichen Einschlüssen; mehrere Untertypen unterscheiden Oxidationszustand und Gefüge.
CK · Karoonda-Typ
Stärker oxidierte, häufig thermisch metamorph überprägte kohlenstoffhaltige Chondrite.
CR · Renazzo-Typ
Metallhaltige, meist chondrenreiche Gruppe, deren primitive Mitglieder deutliche Matrix- und Alterationsmerkmale bewahren.
CH · High-Metal-Typ
Sehr metallreiche Chondrite mit außergewöhnlich kleinen Chondren; genetische Beziehungen zum CR-Clan werden diskutiert.
CB · Bencubbin-Typ
Metallreiche, ungewöhnliche Chondrite mit großen Metallkörnern und Chondren; viele Merkmale werden mit hochenergetischen Kollisionsprozessen erklärt.
Nicht alle sind schwarz oder kohlenstoffreich
Der historische Familienname darf nicht als einheitliche sichtbare Eigenschaft verstanden werden. Erst Gruppe und petrologischer Zustand erklären die Zusammensetzung eines konkreten Meteoriten.
Eine Familie mit sehr verschiedenen Gruppen
CI-Chondrite besitzen praktisch keine erkennbaren Chondren und bestehen überwiegend aus stark wässrig veränderter feiner Matrix. CM-Chondrite sind ebenfalls häufig hydratisiert und für komplexe organische Verbindungen bekannt.
CO- und CV-Chondrite zeigen meist deutlichere Chondren; CV-Material kann große helle CAIs enthalten. CR-, CH- und CB-Gruppen besitzen wiederum eigene Metall-, Chondren- und Matrixverhältnisse. Die Gruppenbezeichnung ist daher wichtiger als das Sammelwort „kohlenstoffhaltig“.
Wasser, Kohlenstoff und organische Materie
Der Kohlenstoff liegt nicht als einheitlicher Stoff vor, sondern unter anderem in organischer Materie, Carbonaten und Graphit. Besonders CI- und CM-Chondrite können wasserhaltige Minerale enthalten, die durch Reaktionen von ursprünglichem Gestein mit flüssigem Wasser auf dem Mutterkörper entstanden.
Organische Moleküle und Aminosäuren sind wissenschaftlich bedeutsam, aber kein Nachweis für außerirdisches Leben. Sie zeigen, dass abiotische organische Chemie bereits früh im Sonnensystem vielfältige Verbindungen erzeugte.
Warum Chondren nicht überall gleich aussehen
Die Aussage, kohlenstoffhaltige Chondrite seien „voll mit Chondren“, trifft nicht auf die ganze Familie zu. CO, CV und manche CR können chondrenreich wirken; CI besitzen keine normalen Chondren, und in stark matrixreichen oder alterierten CM können sie klein oder schwer erkennbar sein.
Für die Bestimmung zählt deshalb das Gesamtgefüge aus Chondrengröße, Matrixanteil, CAIs, Metall, Mineralogie und chemisch-isotopischen Daten – nicht ein einzelnes sichtbares Merkmal.
Kurz & einfach
Das Wichtigste in 30 Sekunden
- Eine vielfältige Familie primitiver Chondrite mit mehreren chemischen Gruppen.
- Zu den Gruppen zählen CI, CM, CO, CV, CK, CR, CH und CB. Sie unterscheiden sich deutlich in Matrix, Chondren, Metall, Wasserveränderung und flüchtigen Bestandteilen.
- Einige, besonders CI und CM, können stark wässrig verändert und reich an organischen Verbindungen sein; andere zeigen mehr thermische Umwandlung.
Nachprüfbar
Quellen & Datenbanken
- Wikipedia: Carbonaceous chondrite ↗
- Krot et al.: Chondrites and their components (peer-reviewed review) ↗
Redaktionell paraphrasiert und anhand der verlinkten Fach- und Primärquellen erweitert; Stand 24.08.2026. Neue Klassifikationen und Datenbankeinträge können spätere Aktualisierungen erfordern.
